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Start mit Herta Müller

Die Nobelpreisträgerin des Jahres 2009 war die erste Gastpoetin des Erlanger Poetik-Kollegs im Winter 2007/08. Seitdem konnten in jedem Semester namhafte Gäste gefunden werden, die sich im Rahmen eines Hauptseminars auf die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihrem Werk eingelassen haben. Unter Ihnen Eugen Gomringer, Doron Rabinovici, Ulrike Draesner und Thomas Lehr. Für das Sommersemester 2012 konnten wir Gerhard Falkner gewinnen.

Das Erlanger Poetik-Kolleg wird veranstaltet von den Lehrstühlen des Departments für Germanistik und Komparatistik in Zusammenarbeit mit dem Interdisziplinären Zentrum für Literatur und Kultur der Gegenwart. Finanziert wird es durch Studiengebühren und Mittel des Departments.

 

Diskussion statt Dozentur

Die Sitzungen des Erlanger Poetik-Kollegs unterscheiden sich erheblich von den in Deutschland üblichen Poetik-Dozenturen: Denn im Kolleg finden während der regulären Sitzungen des Seminars keine Dichterlesungen oder Poetikvorlesungen im engeren Sinne statt. Vielmehr diskutiert man gemeinsam über Texte, die von den Gastpoet_innen vorgeschlagen wurden. Dabei stammen nicht alle Texte aus dem Werk des Gastes: Auch literarische und wissenschaftliche Texte anderer Autor_innen werden gemeinsam besprochen.

So haben die Studierenden die Möglichkeit, in einem relativ kleinen Kreis über Literaturbeziehungen zu diskutieren, etwas über den kulturhistorischen Horizont zu lernen und ‚autornahe’ Lektüren zu erproben. Das Kolleg teilt sich in vorbereitende Sitzungen, die von den Dozenten_innen ohne die Gäste geleitet werden und zwei Kompaktveranstaltungen zusammen mit dem Gast. Bei diesen Diskussionsrunden halten sich die Dozenten_innen bewusst zurück; diese Sitzungen sind im Wesentlich in der Verantwortung der eingeladenen Dichter_innen.

 

In die Öffentlichkeit

Zu jedem Erlanger Poetik-Kolleg gehört auch mindestens eine öffentliche Lesung. Wir wollen zwar Wissenschaft machen - doch nicht allein im Elfenbeinturm. Außerdem wird so die Anbindung an den Kulturbetrieb der Stadt Erlangen geschafft.